2018: Ein halbes Jahr in Japan

kurzer Hinweis vorneweg: mit einem Linksklick auf die Bilder öffnet sich eine Diashow mit reduzierter Auflösung. Mit einem Rechtsklick und „Link öffnen“ wird das Bild in voller Auflösung gezeigt.

Nach einer langen Vorbereitungszeit und auch einer menge Glück, bin ich am 27. März nach Japan geflogen, um hier meine Abschlussarbeit zu schreiben. Es ist schwer, etwas Zeit dafür zu finden und ausführlich zu schreiben, da ich einerseits viel zu tun habe und andererseits noch viel mehr erleben möchte, aber ich versuche es einfach mal.

28. März, 6:00 Uhr morgens landete mein Flieger in Tokyo Haneda, ein Flughafen auf einer künstlichen Insel in der Bucht von Tokyo. Eine Stunde in der Schlange zur Passkontrolle und um 8:50 Uhr ging der Bus zur Omiya Station im Norden von Tokyo. In Deutschland noch mit Winterklamotten bei 6°C abgereist, haben mich hier 23°C bereits am frühen Morgen erwartet.

Gegen 11:30 Uhr dann die Ankunft in Gyoda. Hier befindet sich meine Wohnung und mein Arbeitsplatz für das nächste halbe Jahr. Schnell mit dem Taxi zur Firma und nach der Vorstellung im Unternehmen und einem kurzen Einkauf im Supermarkt (nur um das allernötigste in der Wohnung zu haben) ein kurzer Blick auf die Uhr, deren Zeiger bereits bei 6 p.m. angekommen ist – ich wollte schon gar nicht mehr nachrechnen, wie viele Stunden es seit der Abreise aus Deutschland waren und habe den Futon ausgebreitet.

29. März, 14:00 Uhr beginnt mein zweiter Tag in Japan. Zuerst einmal in Blick vor die Tür und die Stadt etwas erkundet. Direkt um die Ecke gibt es einen Lawson Kombini und etwas weiter einen Supermarkt. Dort habe ich mich schon einmal umgesehen, aber etwa 90% der Produkte kenne ich nicht – zumindest die Auswahl an Instant-Nudelgerichten ist sehr groß. Nach dem Einkauf bin ich noch etwas weiter durch die Stadt gelaufen und habe mir auch die Kirschblüte angesehen, aber dann wurde es schon langsam dunkel (etwa 17:30 ist zu dieser Jahreszeit Sonnenuntergang). Durch Zufall bin ich nach einbruch der Dunkelheit noch auf einen Kanal gestoßen, der zu beiden Seiten mit Kirschbäumen gespickt ist und in der Dunkelheit mit der Beleuchtung war das schon ein sehr schöner Anblick.

30. März, Uhrzeit: viel zu spät. Der Tag beginnt mit einem Melonpan, einem Süßgebäck mit Melonengeschmack und ich benötige ein paar Dinge für die Wohnung, also habe ich mir für heute vorgenommen, mit dem Zug ins Einkaufzentrum in der nächstgrößeren Stadt zu fahren. Auf dem Weg zum Bahnhof komme ich wieder an den Kirschbäumen vorbei. Zum Mittag gibts noch einen Burger von der Restaurantkette „MosBurger“, die gibt es nur in Asien.

31. März, Tagesausflug nach Shibuya, Tokyo:
Tokyo ist nur ca 60 km entfernt von Gyouda, aber es braucht mit der Takasaki line über eine Stunde dorthin, obwohl der Zug nicht gerade langsam unterwegs ist. Es sind eben viele Stationen auf der Strecke und die Gleise schütteln den Zug ziemlich durch. In Shibuya angekommen habe ich zu Fuß eine Tour durchs Viertel unternommen. Doch zunächst einmal wurde ich vom Ausgang des Bahnhofs durch eine Baustelle gelotst. Hier wird scheinbar überall gebaut. Zwischen den Wolkenkratzern kommt man sich sehr klein vor. Als ich dann aus der Unterführung kam, habe ich mich noch einmal umgedreht und festgestellt, dass nicht nur eine Straße unter dem Bahnhof hindurch führt, sondern auch darüber hinweg. In etwas weniger dicht befahrenen Gegenden von Shibuya findet man dann Alleen mit Kirschbäumen, eine Menge Kneipen und Läden. Aber überall drängen sich die Menschen auf den Bürgersteigen aneinander vorbei. Eine ruhige Ecke zum entspannen findet man hier kaum. Auf dem Rückweg zum Bahnhof habe ich noch die Shibuya Kreuzung überquert. Am Abend zurück in Gyouda hat ein Besuch im nahegelegenen Onsen den Tag abgerundet.

 

01. April: Von Tokyo starten der Joetsu- und der Hokuriku-Shinkansen, beide Linien nutzen die Strecke bis Takasaki, etwas weiter nördlich von hier, wo sich die Strecke dann in Richtung Nagano und Niigata aufteilt. Die Strecke erinnert an die des gescheiterten Transrapid – eigentlich sehr schade, dass daraus nichts geworden ist in Deutschland. Für die Kirschblüte habe ich noch einen google maps Link zu dem Ort eingefügt, an dem ich die Bilder aufgenommen habe.

https://www.google.com/maps/place/36°06’22.9″N+139°27’16.3″E/@36.1062665,139.4539661,18z/data=!4m6!3m5!1s0x0:0x0!7e2!8m2!3d36.1063548!4d139.4545313

Wer bei einer Japanreise die Kirschblüte sehen möchte, sollte sich vorher unbedingt über das wann und wo informieren. In Japan gibt es viele Klimazonen und die Kirschblüte dauert nur etwa eine Woche. Dabei beginnt sie bereits etwa mitte März in Kyushu und wandert dann bis Anfang Mai nach Hokkaido. Es kann auch durchaus vorkommen, dass Gebirgsregionen 2-3 Wochen später dran sind. Bei einem kurzen Einkauf im Kombini fiel mein Blick auf die Mausefalle, bei der man schon fast Mitleid mit den Mäusen bekommt und ein paar Süßigkeiten, die mich daran erinnert hatten, dass in Deutschland gerade Ostern ist.

06. April: Meeting in Yokohama. Auf dem Weg zum Bahnhof, teilt der Lieferdienst Kuroneko gerade seine Pakete aus. Auf dem Bahnhofsvorplatz in Yokohama und dem Weg zum Büro habe ich noch ein paar Bilder gemacht. Es sind zwar nur wenige, aber ich komme ganz bestimmt wieder, um mehr von der Stadt zu sehen. Dafür wurde ich am Abend noch mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt.

14. April – Tokyo, Akihabara: Wieder einmal ein Wochenende und wieder einmal in Tokyo unterwegs. Eine besonders kuriose Begegnung hatte ich hier mit einem Lautsprecherwagen, der mit einem Stoff-Dino besetzt war. Auch typisch für Japan: in Restaurants muss man (oft, aber nicht immer) zunächst eine Essensmarke am Automaten lösen. Die gibt man dann dem Kellner und der bringt das Essen. Am Sonntag musste ich dann noch das unglaublich komplizierte Müllsystem studieren. Dass man Milchkartons auswaschen, aufschneiden, flach übereinander stapeln soll und mit einer schnur zusammengebunden auf den Müllberg am Straßenrand legen soll. Oder Wegwerfwindeln in die Toilette entsorgen soll, bevor man sie in den Müll wirft, das erscheint mir dann doch etwas lächerlich. Dazu ist auch zu sagen, dass es in Japan keine Mülltonnen gibt und jedes Haus hat an der Straße einen gekennzeichneten Bereich, in dem der Müll abgeladen wird. Man muss den richtigen Müll am richtigen tag raus bringen. Es ist wohl in jedem Ort etwas anders. Aber allgemein wird in brennbar und nicht brennbar unterschieden. Manchmal wundert man sich dann auch, was alles als brennbar eingestuft wird. Zu den nicht brennbaren Sachen gehören zum beispiel PET Flaschen und jetzt wird sich bestimmt jeder seinen Teil dazu denken, nämlich: „ist doch logisch“ aber halt! ganz so einfach ist es nämlich nicht. Die Flaschen sollen ausgespült und zusammengedrückt werden. Die Deckel und Etiketten sind getrennt zu entsorgen, denn auch wenn alles Kunststoff ist, kommt man ums Sortieren nicht herum. Danach habe noch einen sehr schönen Sonnenuntergang beobachtet und da hier alles flach ist, steht die Sonne am Abend so tief, dass sie die Stromleitungen von unten anstrahlt und diese das Licht reflektieren.

20. April – Grabhügel: Der größte Grabhügel Japans befindet sich hier in Gyouda und obwohl dieser Ort nicht gerade als Touristisches Highlight Japans bekannt ist, war er für mich doch einen Abstecher wert.

coming soon: Shinjuku, uvm…

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