Über mich

Nun also mal etwas über mich:

An dieser Stelle würde ich gerne beschreiben, wie man denn darauf kommt, sich für ein fremdes Land zu interessieren, mit dem man im täglichen Leben fast nichts zu tun hat. Sicher habe ich in meiner Kindheit auch Anime wie Pokemon und Detektiv Conan im TV gesehen, daraus ist allerdings nie ein Interesse für Japan an sich entstanden. An meiner Ausbildung kann es auch nicht liegen, habe ich doch mit Maschinenbau eine naturwissenschaftliche Paradedisziplin gewählt. Das hat im Grunde nichts mit Länderkunde, den Menschen und fremden Kulturen zu tun.

Woher kommt meine Begeisterung für Japan? Die Frage scheint mir noch um einiges schwerer zu beantworten, wenn man sie sich selbst stellt…

Gehen wir mal ein paar Jahre zurück, als sich meine Begeisterung für das Land noch in Grenzen hielt: Es muss um die Jahrtausendwende herum gewesen sein, vielleicht auch noch etwas früher, als ich zum ersten mal mit der japanischen Kultur in Berührung kam. Mit meiner Familie besuchte ich das Japanische Restaurant in Oberhof. Es war alles sehr ungewohnt für mich und mindestens genauso spannend. Es herrschte eine sehr ruhige und altehrwürdige Atmosphäre. Ich habe noch nie zuvor erlebt, dass man bei einem Restaurant-Besuch die Schuhe ausziehen muss. Dann wurden wir in ein Séparée geführt, in dem unser Tisch stand. Zunächst sah es so aus, als hätte man bei Tisch und Stühlen einfach die Beine abgesägt. Zum Glück befand sich dann unter dem Tisch eine Vertiefung im Boden, dass man doch wieder ganz normal sitzen konnte.
Das ganze sollte so authentisch wie möglich wirken, in Japan wird traditionell nämlich tatsächlich auf dem Boden gesessen. Oft auf einem Kissen oder einem speziell gefertigten Stuhl ohne Beine. In alten japanischen Wohn- bzw. Esszimmern ist die ganze Raumeinrichtung ebenfalls so niedrig ausgelegt. Der Tisch befindet sich dann etwa 30cm über dem Boden. Männer sitzen im Schneidersitz, während Frauen in die Knie gehen und auf ihren Füßen sitzen. Bequem ist das nicht!

Später habe ich dann erfahren, dass Rolf Anschütz der Betreiber des Restaurants war. Aus meiner heutigen Sicht, war er eine der größten Persönlichkeiten in der Deutsch-Japanischen Beziehung. Er führte zu DDR-Zeiten ein Japanisches Restaurant in Suhl, welches seinerzeit das einzige in Ostdeutschland war. Für interessierte empfehle ich den Film „Sushi in Suhl“.
siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Rolf_Anschütz

Ich denke was mich heute an Japan so fasziniert sind die großen Unterschiede und gleichzeitig die vielen Gemeinsamkeiten zu Deutschland. Japan ist ein hoch technisiertes Land. Und doch ist es voller Mythen und Rätsel. Moderne und Tradition scheinen kein Widerspruch zu sein. Buddhistische Tempel und Shintoistische Schreine koexistieren mancherorts nebeneinander auf demselben Gelände und es ist gar nichts ungewöhnliches, an beide Religionen zu glauben. Das Land hat eine sehr beeindruckende Natur und gleichermaßen beeindrucken mich die technischen Errungenschaften, wie der Shinkansen.

Im Oktober 2015 neigte sich mein Bachelorstudium dann dem Ende zu und ich überlegte eine Reise zu unternehmen. Das Ziel war mit Japan recht schnell gefunden. Und was soll ich sagen, ich bereue keine Sekunde auf dieser Reise und werde sie immer in Erinnerung behalten.

Im Herbst 2016 begann dann mein Master-Studium. Ich habe mich für einen Japanisch-Kurs an der VHS angemeldet und möchte nichts mehr, als wieder nach Japan zurückkehren. Ich kann mir im Moment zwar nicht vorstellen, auszuwandern… das wäre dann doch etwas voreilig,
aber ich möchte das Leben in Japan besser kennen lernen und für ein halbes Jahr würde ich das nur zu gerne tun.

In der Zwischenzeit habe ich aber auch Spaß daran, diesen Blog hier zu schreiben und meine Leidenschaft mit euch Lesern zu teilen. Und nun zurück ans Werk …

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